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Schon kurz nach Ende des letzten Krieges, als sich die Zeiten wieder zu normalisieren begannen, begann man auch in Untermässing Fußball zu spielen.

Bereits 1948 nahm das Spielen mit dem runden Leder feste Formen an, da wurde auch ein Verein gegründet, der "Spielvereinigung Untermässing" getauft wurde. Damit waren die Voraussetzungen für die Aufnahme eines regelmäßigen Spielbetriebes geschaffen. So einfach wie es klingt, war es allerdings nicht. Es mußte nun ein Platz hergerichtet werden. Was da für eine Arbeit dahinter steckte, kann man sehen, wenn man auf den Berg hinauf geht und den früheren Platz in Augenschein nimmt. Unebenheiten, Fahrrinnen, Steine mußten beseitigt werden, einige Bäume mußten entfernt und die Wurzelstöcke ausgegraben werden.

Damals war noch kein Traktor im Ort, keine Möglichkeit, einen Bagger, Raupe oder einen Lastwagen einzusetzen. Wo sollte man sie auch hernehmen und womit sollte das bezahlt werden. So waren schließlich alle Arbeiten reine Handarbeit. Der etwa 2 Kilometer entfernte Platz auf dem Berg war praktisch nur zu Fuß zu erreichen, da gab es auch noch keinen Spieler, der Autobesitzer war. Außerdem war die Bergstraße per Auto kaum befahrbar, sie war keine Teerstraße wie heute. Auch die Gastmannschaften mußten zum Teil im Dorf aussteigen aus den Bussen und konnten sich dann die zwei Kilometer auf den Berg hinauf warmlaufen. Die Sägespäne zum Platzstreuen wurden mit dem Handwagen auf den Berg gezogen, nicht selten mußte das der Vorsitzende selbst bewerkstelligen.

Fahrten zu den Nachbarvereinen, wie Burggriesbach und Eysölden wurden mit dem Fahrrad bewältigt. An die weiter entfernten Gegner wurde ein Lastwagen angeheuert, für 15 bis 30 Mark pro Fahrt konnte einer besorgt werden. Als dann später - etwa 1953 - der Verkehr immer mehr überwacht wurde, war es mit Latwagenfahrten aus. Zu den Orten wie Bernlohe oder Großweingarten, um nur einige Orte zu erwähnen, sie spielten in unserer Runde, konnte nur noch mit dem Omnibus gefahren werden, die Kosten verdoppelten sich, erhöhten sich auf 60 Mark. Wer weiß, was damals die Spieler verdient haben und Geld in den Taschen hatten, der kann auch verstehen, daß für viele Spieler ein Fahrkostenbeitrag von einer Mark schon zuviel war und deshalb mehrmals mit 10 oder 9 Mann gespielt werden mußte, wegen des Fahrgeldes.

Der Mitgliedsbeitrag von 50 Pfennig im Monat war schon ganz gering angesetzt, war aber kaum einzubringen und reichte nicht aus, um die Unkosten für die Fahrten und Schiedsrichter zu decken. Durch Theaterspielen und Weihnachtsfeiern konnte der Differenzbetrag doch immer wieder gedeckt werden. Von einem Theater von 1951 sind noch folgende Namen aus Aufzeichnungen ersichtlich: Unter der Leitung von Hauptlehrer Josef Schlund spielten: Gregor Braun, Ferdinand und Karl Holland, Emmi und Georg Billner, Resi und Hans Graf Nr. 11, Hans Graf Nr. 5, Xaver Wittmann, Franz Eberle, Josef Ochsenkühn, Martin Herold, Olga Ehrl, Anna Beck, Erika Beck und Erna Lauber. Jeder Spieler bekam eine Unkostenpauschale von 4 Mark, Gesamtunkosten sind 118 Mark verzeichnet. Im Jahr 1951 überraschte Pfarrer Heinrich Bauer, ein Förderer des Vereins, die ganze Ortschaft, als er bekannt gab, daß der Pfarrgarten - ein Grundstück an der Kirche und Pfarrhaus - nicht mehr an die bisherigen Pächter verpachtet wird, denn dieser Platz ist als Sportplatz vorgesehen.

Nun begannen die Arbeiten am neuen Gelände, das teils ein Acker und teils eine Wiese war und durch einen Graben getrennt war. In Hand und Spanndiensten, immer noch ohne Traktoren und Maschinen wurde der Platz bearbeitet, Drainagen wurden verlegt, planiert, geackert, geeggt, gesät und gewalzt und schließlich bespielbar gemacht. Es war ein Fortschritt und eine Erleichterung, nun einen Fußballplatz im Dorf zu haben. Dieser Platz ist auch heute noch ein Ausweichplatz und wird auch der Trainigsplatz bleiben. Dreh- und Angelpunkt des Vereins war damals Gregor Braun. Er war nicht nur Spielleiter und Spielführer, er war auch Organisator, hatte aber begeisterte Mitarbeiter, sonst wäre kein Verein zustande gekommen.

Von den damaligen Spielen soll nur ein einziges Spiel erwähnt werden, das allen Aktiven von damals bestimmt noch in Erinnerung ist, das "Pokalspiel in Berching". In diesem Pokalturnier wurde der um einige Klassen höher spielende TV Berching mit 1:0 auf eigenem Platz geschlagen. Trotz einer drückenden Überlegenheit der Berchinger konnten sie kein Tor erzielen.

Im Mittelpunkt des Geschehens stand damals unser Torhüter Gerhard Schöttner. Er hielt einfach alles, was auf seinen Kasten kam und das war eine ganze Menge. Es wurde ja meist in unserem Strafraum gespielt.

Um 1955 schlief der Verein ein. Die finanzielle Belastung durch die weiten Omnibusfahrten konnten weder die Spieler noch der Verein verkraften. 1968 ist wieder ein Sportverein erstanden die "DJK Untermässing".